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BioFilia

Heute habe ich in einem wunderschön blühenden Baum direkt neben meiner Wohnung Blaumeisen entdeckt, die dort auf Futtersuche waren. Da musste ich natürlich schnell meine Kamera holen und all diese Schönheit festhalten.

Blaumeisen sind so vertraut, dass einem oft gar nicht mehr auffällt, wie hübsch und bunt sie sind. Man muss nicht in die tropischen Wälder schauen, um beeindruckend bunte Vögel zu finden. Es gibt sie auch hier, direkt vor unserer Haustür.

Blaumeise

Lebensraum Europa

Blaumeisen sind ziemlich klein, ihre Flügelspannweite liegt bei etwa 15 cm und sie wiegen 10 – 12 g.

Die kleinen Vögel sind außer im äußersten Norden in ganz Europa verbreitet. Am liebsten leben sie in Eichen– und Eichenmischwäldern, aber auch sehr häufig in der Nähe des Menschen. Vor allem in Kulturlandschaften mit vielen Hecken und Streuobstwiesen und in Grünanlagen sind sie häufig anzutreffen.

Blaumeisen sind Teilzieher, das heißt, nur ein Teil der Tiere zieht im Winter Richtung Süden. Dabei legen sie vergleichsweise geringe Entfernungen zurück.

Blaumeise

Ohne Insekten keine Blaumeisen

Erwachsene Blaumeisen ernähren sich zu etwa 80% von tierischer Nahrung, vor allem von Insekten und deren Larven. Dabei sind Blattläuse eine sehr beliebte Nahrung (und wurden vermutlich auch gerade von den Meisen auf den Fotos gesucht). Vor allem im Herbst und Winter nehmen Meisen aber auch zu einem hohen Anteil pflanzliche Nahrung, vor allem Sämereien, auf. Oft sind sie auch an Futterstellen zu beobachten.

Blaumeise Nahrungssuche

Für die Jungen im Nest suchen die Eltern vor allem Raupen und Falter als Futter, teils auch Spinnen und Käfer. In der Nähe von Menschen werden oft auch künstliche Nahrungsmittel verfüttert, was je nach Zusammensetzung für die Jungen wenig vorteilhaft ist.

Eine weitere Gefahr für die Jungvögel – nicht nur von Blaumeisen – stellen Pestizide dar, die in Gärten und in der Landwirtschaft verwendet werden. Es können ganze Bruten vergiftet werden, wenn die Altvögel sie mit Insekten füttern, die mit diesen Mitteln in Kontakt kamen.

Blaumeisen

Zeit für Nachwuchs

Schon im Januar beginnen Blaumeisen damit, Reviere zu bilden, die von den Männchen durch Gesang abgegrenzt werden. Außerdem machen sie mit dem Gesang potentielle Partnerinnen auf sich aufmerksam. Wenn sich ein Paar gefunden hat, dann suchen sie sich eine passende Höhle für den Nestbau aus. Diese Höhle kann natürlich auch ein Nistkasten sein.

Blaumeise

Das Weibchen legt 6 – 12 Eier und brütet diese für etwa zwei Wochen aus. In der Zwischenzeit verteidigt das Männchen weiterhin das Revier und versorgt das Weibchen zumindest teilweise mit Futter. Beim Schlüpfen sind die Jungen völlig hilflos.

Während die Mutter die Jungen anfangs noch behütet, versorgt der Vater in dieser Zeit alle mit Futter. Nach einigen Tagen aber wir die Futtersuche unter beiden Eltern aufgeteilt. Die Jungen bleiben um 20 Tage im Nest. Nach dem Ausfliegen füttern die Eltern die Jungtiere noch eine Weile weiter, bevor sie endgültig selbstständig sind.

Blaumeise

Schon im Nest droht den jungen Meisen Gefahr durch Feinde. Dazu gehören Marder und Wiesel, aber auch Spechte. Die größte Bedrohung für die erwachsenen Meisen ist der Sperber, ein auf Singvögel spezialisierter kleiner Greifvogel.

Blaumeisen werden oft kaum älter als zwei Jahre. Trotzdem wurden auch schon Tiere gefunden, die acht Jahre oder älter waren.

Und eins ist jedenfalls sicher: Blaumeisen sind wunderschön anzusehen und zu beobachten, wenn sie sich flink und geschickt durch die dünnsten Zweige eines Baumes bewegen und zielsicher hier und da nach ihrem Futter picken.

Blaumeise

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